Trailerwinde – Funktion und Unterschiede von Seilwinden für Anhänger

Wie die unterschiedlichen Trailerwinden funktionieren

Um sehr schwere Gegenstände, wie zum Beispiel ein Boot oder Auto, bewegen zu können, wird die jeweils passende Seilwinde / Trailerwinde benötigt. Diese sorgt dafür, dass das Fahrzeug ohne Beschädigungen auf den Trailer gebracht werden und auch beschädigungsfrei wieder heruntergelassen werden kann. Sie sind dementsprechend unerlässlich, um ein Boot aus dem Wasser zu hieven oder um es ohne Beschädigungen von einem Anhänger ins Wasser zu lassen. Es gibt verschiedene Arten von Trailerwinden, die manuelle Seilwinde und die elektrische Seilwinde. Beide verfügen über unterschiedliche Funktionsweisen und haben dementsprechend ihre Vor- und Nachteile.

Elektrische Trailerwinde
Die elektrische Winde wird nicht mit einer Kurbel und Muskelkraft betrieben, sondern ist mit einer 12-Volt-Batterie verbunden und verfügt über eine variable Geschwindigkeit sowie ein gutes Übersetzungsverhältnis. Die gängigsten elektrischen Winden bieten grundlegende Funktionen wie die Möglichkeit, das Boot ein- und auszutreiben. Der Windenmotor sorgt dafür, dass das Boot auf den Anhänger gezogen wird. Freilauf bedeutet, dass das Boot durch die Schwerkraft ins Wasser getrieben wird.

Der Ausnahmefall, in dem dies nicht zutrifft, ist die RIBITECH 4277 ➩*, die über eine Power-Out-Steuerung verfügt, die das Ablassen des Bootes ins Wasser erleichtert, indem sie das Getriebe langsam freigibt. Die Modelle der Anhängerwinden basieren auf der Größe des Bootes, das sie aus dem Wasser ziehen müssen. “Klein” ist für Boote bis zu 3 Meter geeignet, “Mittel” für Boote bis zu 5 Meter Länge und “Groß” für Boote mit einer Länge von bis zu 7 Metern.

Ein Höchstgewicht des Bootes gewährleistet außerdem, dass die Winde für das entsprechende Boot geeignet ist. Bestimmte elektrische Winden haben eine sanfte Zugwirkung und eine niedrige Stromaufnahme. Ein ausgeglichenes Windensystem hilft, Kabelsalat und Verschleiß zu verhindern.

Manuelle Trailerwinde
In den letzten Jahrzehnten haben sich weder die Komponenten noch die grundsätzliche Methode der von Hand gekurbelten Seilwinde großartig verändert. Die Kurbel holt die Leine ein, um sie auf der Trommel zu befestigen. Die Winde, eine Maschine mit waagerechter Achse, sorgt für die Aufrechterhaltung der Spannung, während die Sperrvorrichtung ein Durchrutschen verhindert. Das Getriebe ermöglicht dabei das Winden mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten oder Übersetzungen.

Ein Übersetzungsverhältnis von 1:1 dient zum Aufwickeln der Leine, wenn das Boot ins Wasser gelassen wurde. Das Übersetzungsverhältnis von 3:1 ist für das Ziehen leichterer Boote auf den Anhänger. Ein Übersetzungsverhältnis von 5:1 und höher ermöglicht es, ein schwereres Boot ohne Hilfe von Wasser auf den Anhänger zu ziehen. Das ist zum Beispiel dann notwendig, wenn das Boot bereits komplett aus dem Wasser ist.

Manuelle Handseilwinden gibt es mit verschiedenen Kapazitäten wobei wir zum ziehen größerer Boote, Wohnwagen und PKWs die hochwertige und zugleich robuste Tenzo-R 37531 Profi Seilwinde Handwinde mit Drahtseil 1500 kg 10 Meter ➩* mit einer Zugkraft von 1500 kg empfehlen würden.

Die richtige Trailerwinde für den Transport.
Die richtige Seilwinde für den Transport

Wann eine elektrische Seilwinde genutzt wird

Da eine elektrische Seilwinde teurer ist als eine manuelle Seilwinde, müssen die höheren Kosten mit entsprechenden Vorteilen verbunden sein, damit sich der Kauf einer elektrischen Seilwinde lohnt.

Wer also eine elektrische Seilwinde kaufen möchte, der sollte die entsprechenden Voraussetzungen mitbringen, damit sich die höheren Kosten rentieren. Der Kauf einer elektrischen Seilwinde kann sich beispielsweise dann lohnen, wenn nicht ausreichend Kraft vorhanden ist, um eine manuelle Seilwinde zu bedienen.

Außerdem kann das Fahrzeug einfach zu groß oder schwer sein, sodass eine manuelle Windung nicht möglich ist. Eine elektrische Seilwinde kann zudem die Einholung des Fahrzeugs beschleunigen. Weiterhin kann das Risiko, dass das Fahrzeug beschädigt wird, durch den Einsatz einer elektrischen Winde verringert werden.

Offroad Motorwinde / 12V und 1,2KW Motor und 15m Stahlseil
Drahtseil: 5,5mm / 15m
Nennleistung: 1818 kg

Die richtige Auswahl und Kapazität einer Trailerwinde

Wenn man eine Trailerwinde kaufen möchte, dann sollte unbedingt die Kapazität berücksichtigt werden. Die Trailerwinde sollte unbedingt auf Basis ihrer Tragfähigkeit und dem Gewicht des Bootes ausgewählt werden. Allerdings sollte hierbei nicht nur das leere Gewicht des Bootskörpers beachtet werden, denn auch das Gewicht des Motors, des Kraftstoffs sowie der Ausrüstung spielt hier mit rein. Bei der Auswahl einer passenden Trailerwinde gibt es viele Faktoren, die berücksichtigt werden sollten.

Wird normalerweise auf einer steilen Rampe gestartet, benötigt man eine Winde mit größerer Kapazität, als wenn man auf einer Rampe mit sanftem Gefälle windet. Der Anhänger hat einen Einfluss darauf, wie stark das Fahrzeug rutscht und wie stark die Winde deshalb arbeiten muss. Bei Rollen ist der Widerstand geringer als bei Holzkojen mit Teppichbelag, so dass eine kleinere Winde die Aufgabe erfüllen kann. Für leichtere Fahrzeuge eignet sich eine manuelle Winde mit einem Übersetzungsverhältnis von 3:1, 4:1 oder 5:1 für den Kurbelbetrieb.

Bei einer Übersetzung von 3:1 muss die Kurbel dreimal gedreht werden, damit sich die Trommel einmal dreht. Für schwerere Fahrzeuge kann eine Winde mit zwei Gängen notwendig sein, damit man die Möglichkeit hat, eine schnelle Einzugsgeschwindigkeit und eine zweite niedrige Geschwindigkeit mit einem Verhältnis von etwa 16,2:1 für einen größeren mechanischen Vorteil zu nutzen. Sollte die manuelle Winde mit zwei Gängen nicht stark genug sein, kann es sich lohnen, auf eine elektrische Winde umzusteigen, die über eine variable Geschwindigkeit und ein breites Übersetzungsverhältnis verfügt.

Die richtige Wartung einer Trailerwinde

Da die Winde eines der Teile ist, welche am stärksten beansprucht werden, sollte sie unbedingt richtig gewartet werden. Glücklicherweise sind Winden sowie das entsprechende Zubehör recht einfach zu warten und zu ersetzen. Insbesondere dann, wenn die Anhängerwinde schon seit mehreren Jahren nicht mehr oder nur wenig gewartet wurde, sollte zeitig gehandelt werden. Der Umfang der Wartung eines Bootsanhängers hängt von der Art des Wassers ab, in dem das Boot zu Wasser gelassen und zurückgeholt wird.

Wenn ein Boot nur im Meer verwendet wird, ist der Wartungsplan logischerweise anders als bei einem Boot, das nur im Süßwasser zu Wasser gelassen wird. Manche Winden sind für eine gewisse Anzahl von Stunden in Salzwasser ausgelegt, aber es muss dennoch sichergestellt werden, dass der Anhänger und die Winde nach jeder Fahrt mit Süßwasser abgespritzt werden. Die Winde eines Autotrailers wird nicht all zu sehr beansprucht, bedarf aber die gleiche Wartung wie die eines Bootsanhängers. Mit wenigen Minuten an Zeitaufwand kann somit die Lebensdauer einer Winde verlängert werden.

Wartung einer elektrischen Seilwinde

Eine elektrische Seilwinde sollte einmal pro Jahr überprüft und gereinigt werden. Dafür muss die Abdeckung abgenommen und die Zahnräder mit einem Fett auf Lithiumbasis ➩*, geschmiert werden. Dabei sollte aber darauf geachtet werden, dass das Fett nicht auf den Kupplungsbelag kommt. Das Seil kann mit WD40 ➩*, oder einem vergleichbaren Produkt geschmiert werden, indem die Welle und das Seil eingesprüht werden, während das Seil aufgerollt wird.

Wenn das Kabel irgendwo an einer Stelle verschlissen oder ausgefranst ist, sollte stets ein Neues gekauft werden. Beim Austausch des Seils sollte beachtet werden, dass der gleiche Seiltyp erworben wird, um zu gewährleisten, dass die Nennleistung der Winde und die Stärke des Seils in Bezug auf Leistung und Sicherheit zusammenpassen. Beim Auswechseln des Seils sollten Schutzhandschuhe getragen werden. Zudem sollten immer die Hinweise des jeweiligen Herstellers beachtet werden.

Wartung einer manuellen Seilwinde

Nach jeder Fahrt sollte geprüft werden, ob das Band nass oder trocken ist. Ein nasses Band verschleißt schneller und setzt die Trommel dem Risiko der Korrosion aus. Falls das Band tatsächlich nass ist, dann muss das Band in voller Länge herausgezogen werden, um es trocknen zu lassen. Es sollte erst dann wieder aufgewickelt werden, wenn es vollständig trocken ist. Das Windenseil sollte regelmäßig auf Anzeichen von Fransenbildung geprüft werden.

Treten Ausfransungen oder Verschleißerscheinungen auf, müssen Seil, Gurt und Kabel ersetzt werden. Denn wenn das Seil reißt, während das Boot geborgen wird, kann dies zu Unfällen führen. Nicht verzinkte Windengetriebe sind sehr anfällig für Korrosion. Daher sollte ein Marinefett ➩*, eingesetzt werden, um sie zu schmieren. Das Gleiche gilt für die Welle und die Buchsen. Es sollte zudem regelmäßig Drahtseilschmiermittel für die Seilstränge verwendet werden, damit diese mit einem Minimum an Reibung aneinander gleiten.

Wenn das Fahrzeug vom Anhänger gezogen ist, sollten die Rollen überprüft werden. Sie sollten sich frei bewegen und keine Anzeichen von Schäden aufweisen. Wenn sie beschädigt sind, muss die Rolle ersetzt werden. Nach dem Austausch einer Rolle sollte sich das Fahrzeug wieder viel leichter einholen lassen. Falls Rost oder Korrosionsspuren an der Winde auftreten, können diese mit einer Drahtbürste entfernt werden.

Zudem kann eine Galvanisiermasse eingesetzt werden, um weitere Korrosion zu vermeiden. Bei einer manuellen Winde gibt es Teile, die nicht untersucht werden können, ohne die Winde zu demontieren. Die Lebensdauer der Winde verlängert sich, wenn man sie einmal im Jahr zerlegt, um die beweglichen Teile zu überprüfen und zu schmieren. Um die sichere Funktion der Trailerwinde zu gewährleisten, sollten defekte Teile natürlich immer ersetzt werden.

Tipps und Tricks

Wird eine Trailerwinde eingesetzt, dann gibt es gewisse Dinge zu beachten. Auch hier gibt es Unterschiede bei der Handhabung. Je nachdem, ob eine elektrische Seilwinde oder eine manuelle Seilwinde zum Einsatz kommt.

Verwendung einer elektrischen Trailerwinde

Beim Einsatz einer elektrischen Seilwinde sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass der Motor des Autos während des Prozesses an ist.

Denn das entlastet die Batterie. Wird der Motor nicht laufen gelassen, dann kann es passieren, dass die Batterie nach dem Einholen des Fahrzeugs auf einmal leer ist und das Auto nicht mehr fahrtüchtig ist.

Dementsprechend sollte auch darauf geachtet werden, dass die Batterie des Autos einwandfrei funktioniert. Schließlich dient die Autobatterie als Antrieb für die Winde, um das Fahrzeug einzuholen.

Damit hierbei keine Probleme entstehen, sollten die Batteriepole unbedingt sorgfältig gereinigt sowie der richtige Ladezustand der Batterie überprüft werden bevor die Winde eingesetzt wird.

Verwendung einer manuellen Trailerwinde

Wird eine manuelle Winde eingesetzt, dann sollte besonders vorsichtig auf der Rampe agiert werden.

Es sollte unbedingt auf einen festen Stand und eine ausreichende Hebelwirkung geachtet werden, bevor mit dem Winden angefangen wird. Denn Rampen sind oftmals recht rutschig, sodass hier ein Gefahrenpotenzial für Unfälle besteht.

Zusätzlich dazu sollte berücksichtigt werden, dass der Windengriff zurückschlagen kann, was ebenfalls zu Verletzungen führen kann. Machen Sie sich unbedingt vorher mit der Trailerwinde vertraut.

Kontrollieren Sie vor jeder Benutzung das Seil auf eventuelle Beschädigungen. Bei einer Beschädigung sollten Sie die Winde nicht mehr benutzen.

Tipps für den sicheren Transport

Zudem ist zu beachten, dass es nicht die Aufgabe einer Winde ist, das Fahrzeug während der Fahrt auf dem Anhänger zu halten.

Dementsprechend sollten spezielle Spanngurte / Zurrgurte eingesetzt werden, um sicherzustellen, dass Fahrzeug und Anhänger während der Fahrt fest miteinander verbunden bleiben.

Es ist wichtig, dass das Gewicht der Winde und des Fahrzeugs zum Kaufdatum und später übereinstimmen. Das Gewicht des Fahrzeugs ist selten gleich, wenn man mehrere Reisen unternimmt.

Das Fahrzeug sollte nicht schwerer als 75 % des Nenngewichts der Winde sein. Dies ist wichtig, wenn eine steile Rampe oder schlechte Wetterbedingungen das Gewicht des Fahrzeugs erhöhen. Weitere Informationen rund um das Thema Trailer findet ihr hier.

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